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Kleine Verführer

MiniWobbler

Kleine Verführer selber hergestellt - ein Bastelanleitung

Da Interesse besteht und ich denke, dass jeder infiziert wird, der einmal mit den kleinen Dingern gefischt hat, hier mal ein Bericht zum Eigenbau kleiner Wobbler. Zunächst einmal benötigen wir Arbeitsmaterialien und Werkzeuge. Als da wären:

Material: Balsaholz, V2A-Stahldraht in 0,5-0,8mm, Blei (Kugeln, Dachdeckerblei oder auch Wickelblei),  Sekundenkleber, 5-Minuten-Epoxid, Material für die Tauchschaufel und Epoxid-Harz-System zum letztendlichen Glasieren. Werkzeug: diverse Zangen, Säge, grobes und feines Schleifpapier oder Schleifschwamm, Scheren, Pinzette, Skalpell und ein Cuttermesser.



Zuerst zeichnen wir uns die Form die wir haben wollen auf das Holz. Danach entfernen wir grob mit dem Cutter die Überstände.



Nun schleifen wir mit dem etwas gröberen Schleifpapier die angezeichnete Form aus und machen uns vorsichtig daran, die Kanten abzurunden und dem späteren Wobbler seine Form zu geben.



Ist die Form so, wie wir sie haben wollen, kommt der Moment, um dem Körper einen Spalt zu verpassen, in dem die Stahlachse und das Blei Platz finden. Das machen wir vorsichtig mit einer kleinen Säge und Schleifpapier. Ebenso eignet sich auch eine Nagelschere zum Auskratzen von Balsafasern. Wer eine kleine Glasrassel (z.B. wie die die Boardie Meridian anbietet) mit einbauen möchte, macht den Spalt etwas tiefer und geräumiger.



Ist der Spalt gelungen, machen wir uns daran, eine Stahlachse für die Ösen zu biegen. Ich habe 0,8mm V2A-Draht dafür verwendet. Da ich zumeist in der Elbe angle, müssen die kleinen Dinger nicht nur mittelmaßige Barsche, sondern auch mal einen Rapfen, Zander, Hecht oder Döbel aushalten. Dazu nehmen wir uns die Rundzange und diverse andere Zangen zu Hilfe und biegen uns eine passende Achse.



Nun muss noch das Blei in den Spalt. Ich habe hier aus Ermangelung an Wickelblei oder Dachdeckerblei normales Klemmblei genommen, welches ich mit der Zange Spaltgerecht gequetscht habe.



Jetzt haben wir die Achse und das Blei eingepasst, fehlt noch die Schaufel. Also Achse und Blei wieder aus dem Spalt nehmen. Nun bringen wir einen Schlitz für die Tauchschaufel ein. Auf die ganze Tauchschaufel-Winkelsache, flachlaufend und tieftauchend usw. geh ich jetzt mal nicht ein. Sollte eigentlich jeder wissen, der sich Wobbler bauen möchte... Beim Schaufel-Material habe ich wiederum improvisiert und ein unübliches Material benutzt. Und zwar ist es Plastik in ca 1mm Dicke, welches die Konsistenz von twisterfesten Köderboxen hat. Meine Köderboxen habe ich allerdings nicht zerschnippelt, aber ein Gefäß, welches einmal Kekse beherbergte musste dran glauben. Meiner Meinung nach ist dieses Material super zu verarbeiten, da man es mit der Schere zurechtschneiden kann und es eine gewisse Flexibilität besitzt (nicht zu weich und nicht zu starr). Bei großen Wobblern sollte man auf Makrolon (und wie sie alle heißen) zurückgreifen da dort größere Belastungen wirken, aber bei den Mini-Wobblern mit einer Tauchschaufelgröße von ca. 1cm² und kleiner reicht dieses Keksdosen-Zeugs völlig aus.

So, also weiter. Die Tauchschaufel ausschneiden, einen Zwischenraum für die Stahlachse einfügen und zwei Löcher einbringen, damit der Kleber sie gut im Balsa behält. Das ganze ausgewogen zur Symmetrie anpassen.



Wenn uns nun unsere optischen, statischen, symmetriebewussten, ästhetischen Sinne Harmonie signalisieren ist es Zeit, den Sekundenkleber zur Hand zu nehmen und das Innenleben und die Tauchschaufel mit ein paar Tropfen zu fixieren, um dann beim Auffüllen der Spalte mit 5-Minuten-Epox ein leichteres Spiel zu haben.

Nun ist beim Mini-Wobbler erstmal das Schlimmste überstanden und ich lege ihn erstmal zur Seite, um den in der Nase beißenden Sekundenkleber trocknen zu lassen und euch gleich den Aufbau eines kleinen geteilten Wobblers zu zeigen.

Die Schritte bis hier sind dieselben. Allerdings zerschneide ich die Form die ich vorher gemacht habe irgendwo in Nähe der Mitte und habe nun einen zweigeteilten Wobbler.



Diese versehen wir nun wiederum mit einem Spalt für Achse und Blei. Dieser muss etwas tiefer (Seitenlinie) liegen als beim normalen Wobbler, damit die zwei Ösen, die die Hälften verbinden, in der mittigen Längslinie liegen.



Jetzt biegen wir uns wieder die Stahlachse zurecht. Erst passen wir die Achse für die vordere Hälfte ein. Wenn diese passt, wird mit einer Öse die hintere Achse in der der letzten Öse der vorderen befestigt und die Achse für die hintere Hälfte gebogen.



Nun wieder das selbe Spiel wie beim Mini. Spalt für Tauchschaufel einbringen, Schaufel ausschneiden, anpassen, Blei rein usw. Jetzt mit ein paar Tropfen Sekundenkleber die Schaufel, Blei und Achse fixieren.

Jetzt sind die beiden (der Mini und der Geteilte) auf gleichem Stand und beide bereit um mit dem 5-Minuten-Epox verfüllt zu werden.



Zum Mischen solcher kleiner Mengen Epox nehme ich gern eine Unterlage aus Silikonkautschuk. Hat den Vorteil, dass man nach dem aushärten die Epox-Reste einfach abziehen kann und wieder eine saubere Anmisch-Unterlage hat. Einen Draht verwende ich zum Mischen und zum Ausfüllen der Wobbler, weil man damit in jede kleine Ritze, die mit Epox befüllt werden, vordringen kann. Also, das 5-Minuten-Epoxid anmischen und los geht’s, keine Zeit verlieren.



Nun mit dem Draht alle Ritzen und Lücken satt mit Epox füllen. Lieber mehr als zu wenig. Alles was übersteht kann nach dem Aushärten verschliffen werden.



Nach ca. 10 Minuten sollte das Epoxid schleifbar sein. Die groben Überstände kann man mit der Nagelschere abknapsen, ebenso die Ösen vom Epox säubern und den Körper grob zurecht schleifen.



Jetzt haben wir schonmal etwas in der Hand, was nach Wobbler aussieht und wir würden waaaaaahnsinnig gern wissen ob das Ding überhaupt läuft. Daher haben wir den Drang schnellstens den Wobbler wasserdicht zu versiegeln. Der eine ist geduldig und macht’s mit Acrylfarbe die er aufträgt und trocknen lässt. Weil die Farbe aber zu langsam trocknet, quellen die Balsaholzfasern auf, darum schleift er nach dem Trocknen nochmal und muss für die Wasserfestigkeit noch eine zweite Schicht Acrylfarbe auftragen. Hab ich am Anfang so gemacht...

Schneller geht’s mit Sekundenkleber. Den Wobbler mit Sekundenkleber einschmieren (die Nase möglichst weit weg halten!!!) und schon ist der Wobbler reif fürs Test-wassern. Da der Sekundenkleber sehr schnell trocknet, hat das Balsa keine Zeit auszufasern. Und der Sekundenkleber in Verbindung mit dem Holz macht dazu noch einen kleinen Panzer.



Nach dem (hoffentlich) bestandenen Testlauf in der Badewanne wird (noch eventuelle Ösen-feineinstellungen) der Sekundenkleberpanzer und die Epoxfüllung nochmal fein verschliffen und die Wobbler sind bereit für die Grundierung. Ich nehme meistens weiße Acrylfarbe.



Nachdem nun die Grundierung getrocknet ist, sind die Dinger fertig, um den Farbwunsch zu empfangen. Danach folgt dann die Glasur mit Epoxid-Harz.



Und wer Spaß an der Sache findet (so wie ich), wird’s wohl dann auch nicht bei 1-2 Wobblern belassen, sondern einen nach dem anderen bauen.




So, jetzt habe ich mir den ganzen verregneten Gewittertag da draußen hier drinnen vorm PC mit dem Bericht um die Ohren geschlagen. Wird Zeit, dass ich ans Wasser komme und den Fischen meine neuen Eigenbauten zeige.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Grüße
Holger

PS: Verbesserungsvorschläge sind willkommen!



(Bericht: Holle)



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