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Fotorealistisches Finish

Fotorealistisches Finish Die meisten Köderbauer arbeiten mit Farbdosen und Airbrush, um ihre gebauten Holzköder zu bemalen. Doch manchmal wünscht man sich einfach einen Köder der dem Beutefisch zum verwechseln ähnlich sieht. Wie man das mit relativ einfachen Mitteln hinbekommt, zeige ich euch im folgenden Bericht:

Vor der handwerklichen Arbeit kommt ein wenig Bildsuche und -bearbeitung am Computer ins Spiel. Im Netz findet man unzählige Abbildungen von allen möglichen Fischarten. Eine gute Anlaufstelle ist die Google-Bildersuche – wenn man diese mit den lateinischen Begriffen der gesuchten Fischarten füttert, wird man schnell fündig. Hat man das passende Bild gefunden, wird es gespiegelt und der Köderform und -größe angepasst. Ich mache das mit der freien Bildbearbeitungssoftware „Gimp“ (http://www.gimp.org), aber jede andere Bildsoftware sollte dazu auch im Stande sein. Die Bilder wurden hier mit einem Farblaser gedruckt, ob das mit einem Tintenstrahler auch möglich ist, hab ich nie probiert. Zur Not sollte in jedem besseren Copyshop ein Farblaserausdruck für wenig Geld möglich sein.

Die Materialien, die man benötigt, sind überschaubar:

- der fertig bebleite und mit Ösen versehene Holzköder
- Bildausdruck
- Klarlack aus der Dose
- zwei zum Fischbild (Bauch und Rücken) passende Farbdosen
- einen Klebestift (hier ein Tesastift, Pritt usw. sollten auch gehen)
- feines Schleifpapier



Der Ausdruck wird waagerecht hingelegt und mit einer dünnen Schicht Klarlack aus der Dose besprüht und bleibt bis zur Trocknung auch so liegen, sonst rutscht einem die ganze Farbe vom Papier (:



Ist der Lack trocken, ist die Farbe fixiert und das Papier „schleifbar“ gemacht. Dann werden die Bilder ausgeschnitten und für das Bekleben des Köders vorbereitet.



Jetzt kommt der schwierigste Teil der Arbeit. Das Bekleben. Dazu wird die Bildrückseite mit dem Klebestift großzügig eingeschmiert. Und hier wirklich nicht am Kleber sparen! Danach wird das Bild auf den Köder gelegt, ausgerichtet und mit festem Druck faltenfrei fixiert. Die Kanten mit dem Daumen so fest wie möglich an den Köder drücken. War man jetzt mit dem Kleber zu sparsam, hebt sich die Bildkante ab und hält nicht richtig. Sollte das der Fall sein, kann man die abstehende Kante mit dem Klebestift nochmals bearbeiten und frischen Kleber unter die Kante bekommen.



Nachdem man das auf beiden Seiten gemacht hat, sollte das Ergebnis in etwa so aussehen:





Ist der Kleber trocken (das geht bei diesen Klebestiften in der Regel recht schnell), werden die entstandenen Kanten auf dem Köder mit ganz feinem Schleifpapier bearbeitet um einen sauberen Übergang zwischen Bild und Holzköder zu erhalten. Dabei sollte man vorsichtig und mit wenig Druck arbeiten, um das Bild nicht zu verschieben oder gar einzureißen.



Jetzt sollte der Köder fertig zum Lackieren des Bauchs und Rücken sein.



Das Lackieren vom Bauch und Rücken des Köders sollte man am besten freihändig durchführen. So gibt es einfach einen schöneren Übergang zwischen Bild und Farblack. Wer sich das nicht zutraut, kann auch das geklebte Bild zum Lackieren mit Folie o.ä. maskieren. Ich finde aber ein paar Farbspritzer, die das Fischbild womöglich abbekommt, nicht weiter tragisch.





Analog dazu noch den Rücken mit der passenden Farbe lackieren:



Zum Schluss den Köder noch mit großzügigen Schichten Klarlack aus der Dose versehen, und fertig ist das Fotofinish.

Da die Klarlackschichten einem erhofften Hechtbiss nicht widerstehen, sind 3-4 Schichten Epoxy unerlässlich.


Viel Spaß beim Nachbauen, und ich würde mich freuen, den einen oder anderen „Fotofinish-Köder“ in der Galerie bestaunen zu dürfen.

(Bericht: Clausen, Barschalarm)

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