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Umbau Quicksilver 450SF Benni

Quicksilver 450SF Umbau Benni

Schon lange hatte ich den Plan mir endlich auch ein eigenes Boot zu zu legen, machten die Trips mit Kumpels auf deren Booten doch immer wieder gehörig Spass. Also setzte ich mich mit der Zeit mal daran mir zu überlegen, was ich denn brauche und was das Boot können muss. Schnell waren so einige Ansprüche an das für meine Gegebenheiten perfekte „Traumboot“ geklärt. Dadurch dass an einigen Gewässern in meiner Nähe welche ich mir für die nächsten Jahre auf die Karte geschrieben habe bspw Verbrenner verboten sind, ich aber das Boot auch gerne mal in Holland oder im Norden Deutschlands nutzen will durfte das Boot schon mal nicht über einen Steuerstand verfügen. Pinne für den Verbrenner war also angesagt um selbigen möglichst schnell und einfach anbauen zu können wenn es mal auf die Reise geht. Außerdem musste das Boot natürlich auch mit einem E-Motor im Heck versehen sein, um auf eben solchen Gewässern fahren zu können. Auch musste für das Werfen ein Frontmotor her. Und zu guter letzt war auch die Deckhand eine nette Sache die ich mir in den Kopf gesetzt hatte.


Nach einigen Gesprächen mit verschiedenen Leuten und zig Umbauberichten die ich durchstöbert hatte fiel meine Wahl letztendlich auf ein 450er Quicky. Nicht zu groß, so dass ich das Boot auch noch alleine handlen und slippen kann, da ich ja doch recht oft allein damit unterwegs sein werde. Trotzdem mit genügend Platz für etwas Tackle oder wenn doch mal jemand mit kommen will. Nach einiger Sucherei in den gängigen Plattformen konnte ich dann im September 2013 endlich ein Quicky mein Eigen nennen.

Da schon vorher fest stand dass ich mir ein Boot nach meinen Wünschen und Gegebenheiten aufbauen will wurden am PC erst mal Zeichnungen und Pläne mit sämtlichen Vorstellungen und Wünschen erarbeitet.


Dann ging es los und die Aluschale wurde erst mal von sämtlichen Teilen befreit. So flogen bspw der schon etwas marode Heckspiegel genauso heraus wie die vorderste Sitzbank, die Bugspitze und hinteren Ecken, einfach alles. Da ich leider auch anderweitig noch ein paar Projekte am laufen hatte musste der Bootsumbau immer mal wieder unterbrochen werden. So kam es dass einige Zeit verging bis das Boot aus unserer Schrauberhalle in die Garage meiner Eltern um zog. Dieser Umzug ersparte mir einiges an Fahrzeit und Strecke, da unsere Halle leider 35km von Coburg entfernt liegt und ich jetzt nach der Arbeit auch mal eben nur noch eine Stunde was am Boot machen konnte ohne lange Strecken fahren zu müssen. Da der alte Lack doch schon deutlich ausgeblichen war und auch schon einige Schrammer hatte sollte das Bötchen auch gleich einen neuen Anstrich erhalten. Nachdem der Rumpf dann als erstes geschliffen, mit Epoxy versiegelt und neu gerollt worden war konnte es Mitte 2014 dann also endlich mal weiter gehen.

Weiter ging es mit dem neuen Heckspiegel. Da der alte Spiegel der sowie ersetzt werden musste für Kurzschaftmotoren ausgesägt war und somit auch die Aluschale beschloss ich dies wieder in Richtung Langschaft zu korrigieren. Also neuen Heckspiegel angefertigt und für diesen dann aus 5mm Alublech einen passenden Winkel für das Heck gefertigt, welcher den ausgesägten Teil außen am Heck überdeckt. Anschließend war in der Halle erst mal wieder Probesitzen mit dem Außenborder angesagt, welchen ich mir in der Zwischenzeit separat zu dem Boot gekauft hatte. Hierbei wurden auch gleich sämtliche Maße usw bildlich festgehalten um beim weiteren Umbau nicht ständig in die Halle zum Motor fahren zu müssen. In der Garage hätte dieser aber nur gestört.

Dann ging es endlich an den Innenausbau, sprich die Verstrebungen des Grundbodens, der Zwischenböden sowie der oberen Decks. Hierfür habe ich mir über meinen Bruder Alu Vierkantmaterial sowie 2 verschiedene Arten Aluwinkel besorgen lassen. Diese habe ich mit unterschiedlich langen Alunieten sowie Alu-Reststücken welche ich für kleines Geld in meiner Firma mitnehmen durfte verbaut. So wurden Böden für die Batterien, den Tank und eben noch einige Staufächer geschaffen. Auch ein Kescherfach unter den ganzen Böden habe ich noch mit integriert, da mir gerade in solch einem kleinen Boot diese großen Bootskescher immer auf den Keks gehen, wenn sie ungenutzt rum liegen. Zwischendurch war natürlich immer wieder Probesitzen der einzelnen Bauteile angesagt und ich weiß gar nicht mehr wie oft ich diese Batterien und den Tank da raus und wieder rein gehieft habe.

Nachdem die Unterkonstruktionen sowie die Zwischenböden fertig waren ging es an die Castingdecks. Hierfür erwiesen sich große Kartons als Schablonen als sehr gutes Hilfsmittel. Zu bedenken sind natürlich die Teppichstärke usw wenn es an den Zuschnitt der Holzplatten geht.

Nachdem die Platten soweit alle zugeschnitten und eingepasst waren konnten dann auch endlich die vielen geplanten Fächer sowie die Stühle in Angriff genommen werden und man bekam das erste mal so einen groben Eindruck wie das ganze später mal aussieht. Die Böden bestehen bei mir aus 15mm Siebfilmplatten. Auch bei den Deckeln der Fächer muss logischerweise wieder der Teppich mit bedacht werden!

Als nächstes flogen sämtliche Böden und Decks erst ein mal wieder raus denn es ging jetzt daran die Elektrik zu verlegen. Sämtliche Kabel wurden im Bootsrumpf in Wellrohr verlegt um sie vor Nässe und Feuchtigkeit zu schützen und ein Reiben bzw im schlimmsten Fall gar Aufscheuern an den Alustreben zu verhindern. Neben den gängigen Sachen wie Echolot hinten, Zweifarbenlaterne im Bug, Rundumlicht im Heck oder einer Bilgepumpe habe ich auch noch ein Echolot im Bug, Beleuchtungen des vorderen Castingdecks sowie des Grundbodens und eine 12V-Spannungsabfrage zu jedem Batteriepack gelegt. Außerdem wurden noch 230V Landanschluss für die Ladegeräte sowie das Fernbedienungskabel für die Ankerwinde gleich mit verlegt. All dies sollte später auf der Steuerbordseite in einem kleinen Fach zusammen laufen und geschaltet werden. Außerdem wurden die Schraubpole der Batterien versetzt und zwischen den jeweiligen Verbraucher und die Batterien noch je ein Sicherungsautomat gesetzt. Die Pole wurden hierfür auf dem Boden mit Hilfe von selbst gedrehten Delrin-Hülsen höher gesetzt um keine Probleme mit eventueller Feuchtigkeit auf dem Teppich zu bekommen.

In der Zwischenzeit wurden sämtliche Böden, Decks und Klappen mit Teppich bezogen, geklebt und rückseitig noch vertackert. Als diese alle wieder montiert waren sah es schon mal deutlich schicker und übersichtlicher im Boot aus.

Nachdem sämtliche Böden und Decks wieder verbaut waren ging es an die Montage der Deckel der Fächer. Hierfür habe ich mir Klavierband aus Edelstahl besorgt. Lediglich die beiden Fächer im Heck haben mir etwas Kopfzerbrechen bereitet, da diese mit dem Außenborder nicht hätten geöffnet werden können. Hierfür ist mir nach etwas Grübeln aber eine simple Abhilfe gekommen. Diese Fächer verfügen über kein Scharnier sondern werden einfach nach oben oder zur Seite heraus genommen. Problem beseitigt. Vor allem da diese sowieso nur recht selten benutzt werden, sind hier ja nur die Batterien und der Tank darunter. Fürs Öffnen der Fächer habe ich mich für die einfache und günstige aber sehr funktionale Variante mit unauffälligen Schlaufen entschieden. Anschließend wurde das seitliche Fach für die Elektrik in Angriff genommen. Hier wurde mittels drei Stromverteilern aus dem Carhifi-Bereich sowie einer großen Sicherung hinten an der Batterie alles auf einen kleineren 10-fach Sicherungshalter für KFZ-Sicherungen aufgeteilt. Von hier geht es dann weiter über die selbst angefertigte Schalttafel zu den jeweiligen Verbrauchern. Dies hat mich zwar einiges an Zeit und Fummelei gekostet, ist aber jetzt zumindest nahezu so wie ich es haben wollte und auch sicher. Jetzt konnte auch gleich das hintere Echolot sowie noch zwei 12V Steckdosen, in der heutigen Zeit der Strom fressenden Smartphones ja nicht mehr weg zu denken, montiert werden. Auch der hintere LED-Strahler wurde jetzt endgültig montiert.

Fehlte zuletzt noch das vorderste kleine Deck im Bug, worauf der Terrova und die Deckhand sowie ein weiteres Echolot und die versenkbare Zweifarbenlaterne ihren Platz finden sollten. Auch hier waren von mir wieder 2 LED-Strahler sowie eine Klappe für das Fußpedal des Frontmotors geplant. Den Bereich für das Pedal habe ich innen mit großen Aluwinkeln etwas abgegrenzt um zu verhindern dass selbiges auch bei etwas mehr Wellengang bspw auf die Sicherungsautomaten der beiden vorderen Verbraucher hüpft oder irgendwelche Kabel ab reist. Nachdem auch diese Teile noch mit Teppich bezogen und montiert waren ging es daran auch die Seitenwände noch mit Teppich zu bekleben, die restlichen Bauteile wieder zu montieren und alles noch ein letztes mal auf seine Funktion zu prüfen.

Einige Kleinigkeiten wurden seit dem letzten Bild trotzdem noch verändert bzw ergänzt. So ist der eine defekte LED Strahler mittlerweile endlich eingetrudelt und montiert oder auch noch vorn und hinten jeweils 2 klappbare Getränkehalter angebracht. Außerdem wurde noch ein Feuerlöscher montiert und 2 3er-Rutenhalter so umgebaut dass ich sie ab nehmen und verstauen kann. Über die Schonzeit ist jetzt noch geplant das etwas ältere vordere Echolot durch das HDS aus dem Heck zu ersetzen und hier ein neues Touch-Gerät mit Structure Scan zu montieren.


Auch die erste Probefahrt ist mittlerweile positiv verlaufen und so freue ich mich wenn ich in der neuen Saison endlich mit dem eigenen Boot angreifen kann. Für weiter Fragen zum Umbau stehe ich gerne mit Auskünften und Tipps bereit und möchte mich an dieser Stelle auch noch mal besonders bei Basti für die Unterstützung bei Fragen, und waren sie noch so dämlich, bei meinem Umbau bedanken.


Alles in Allem habe ich während der Umbauzeit so langsam den Überblick verloren wie viele hundert Stunden in das Boot geflossen sind. Auch die Kosten haben das ursprünglich gesetzte Limit etwas überstiegen. Aber ok, man macht dann halt bei manchen Komponenten einfach lieber mal keine halben Sachen…


In diesem Sinne ein kräftiges Petri für das neue Jahr und die neue Saison und vllt sieht man sich ja mal irgendwo auf dem Wasser.


Benni K.

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