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Eisbrechertour 2009

Eisbrechertour 2009

Eisbrechertour 2009

Angefangen hat alles mit einem Anruf: „Ey Jigga, wie sieht’s aus? Bock auf Bodden?“

 

Ab da war Ausnahmezustand bei mir. Noch total heiß von der letzten Tour ging es jetzt nur noch darum frei zu kriegen, da es bereits am nächsten Mittag losgehen sollte. Ein etwas schwieriges Unterfangen, dennoch von Erfolg gekrönt. Bodden 2009! Es kann losgehen!

Freitagmittag haben wir uns auf die Socken Richtung Rügen gemacht.

Bereits auf der Hinfahrt ging es schon mit den ersten spannenden und lustigen Sachen los. Voller Sorge ob ein Fischen wegen den niedrigen Temperaturen und Eisgefahr  überhaupt möglich sein wird (die ein oder andere Hiobsbotschaft über zugefrorene Häfen und Boddenbereiche ist uns noch bei Ussat im Laden zugetragen worden) haben wir uns erstmal brav im nächsten Stau eingereiht… lange standen wir Gott sei Dank nicht, sodass wir schnell Anlauf nehmen konnten um einen vollen blauen Müllsack frontal von der Autobahn zu putzen. Keine Ahnung was da drin war, jedenfalls hat’s ordentlich gescheppert und die Stoßstange hat auch einiges Abbekommen… Egal, Auto fährt noch und nachdem wir die Überreste von Stoßstangenteilen und Müll aus dem Motorraum gesammelt haben konnte es weiter gehen … durch reges Schneetreiben… irgendwann sind wir dann doch irgendwann angekommen und wollten das Boot noch in der Nacht slippen. Und schon gab’s das nächste Malheur ...Der Motor ließ sich nicht hoch trimmen… Wir haben vergeblich nach der Fehlerquelle gesucht, nur mitten in der Nacht bei Minusgraden und ner kleinen Funzel war das ganze gar nicht so einfach. Wie gesagt, es war mittlerweile mitten in der Nacht, und das es nicht die gewöhnlichste Uhrzeit zum basteln und slippen ist hat uns auch direkt die Polizei einen Besuch abgestattet…  Sven hat also sein Eigentum an dem Boot nachgewiesen während ich weiter vergeblich versucht habe Saft auf das Moped zu kriegen… Irgendwann im Smalltalk mit der Polizei stieg die Voltanzeigen und wir konnten endlich trimmen und slippen.. Ok, noch 1-2 Störtebecker und ab in die Koje.

 

Pünktlich um 8 ging’s raus, Auto beladen und auf in Richtung Boot.. und gegen 9 sind wir am ersten Spot angekommen.. heut war noch traumhaftes Wetter um die minus 1- minus 2 Grad, Sonne und Wind um 3 Bft.

So sah es am Morgen aus                                                                                                               

Gegen 9 sind wir am ersten Spot angekommen.. .

In Bereichen um die 3 Meter haben wir dann angefangen die Hechte zu suchen.. Zam fischen war angesagt.. eine absolut geile Angelei, nur nicht wirklich angenehm für die Gelenke…egal, PIKIEEEES

 

Bereits an den ersten Stellen gab’s die ersten Bisse und Fische.

Dann hieß es erstmal Spot wechseln… Ne Saukalte Angelegenheit, aber das sollte der wärmste Tag der Tour werden…

 

 

Den Mittag über hatten noch den ein oder anderen Biss, richtig packen wollten sie aber nicht… Am Morgen gab’s ne recht ausgedehnte Beißphase und dann war Schluss… Später am Nachmittag ging es dann wieder los.. Sven hat das Boot jetzt über tieferem Wasser um die 5 Meter positioniert, und siehe da, auch waren Sie…

 

Hier ein schöner 90er von Sven.

Den Tag haben wir mit 9 Fischen abgeschlossen und wir waren durchweg zufrieden.. Wir mussten zwar viel suchen, aber wir hatten geiles Wetter, endlich wieder Fisch an der Rute und viel gelacht!

 

Zurück in der Ferienwohnung gab es erstmal ne ordentliche Portion Spaghetti Bolognese mit Peperoni…

Der nächste Tag begann dann schon etwas unfreundlicher…trübes Wetter, Schneetreiben und Temperaturen wieder knapp unterm Gefrierpunkt..

Hier hab ich auch direkt was lernen können… Skibrillen sind nicht nur sinnvoll Beim Skifahren… Während mein Gesicht nen Kälte und Schnee Peeling bekommen hat machte ich mir bereits die ersten Skibrillenanschaffungsgedanken ..*lach*

 

Nachdem den Tag zuvor die besseren Fische aus tieferen Regionen kamen begannen wir auch am Morgen bei etwa 5 Meter Wassertiefe und Gummis ab 23 cm. Sven hatte recht zügig die ersten Fische an Bord… allerdings mussten wir nach seinem 2. Hecht erstmal ne kurze „Pause“ einlegen.. während Sven den Hecht abhaken wollte ist es passiert.. „Nein!!!!“ hör ich nur von hinten und denke noch jetzt sei sein Gummifisch im Arsch… Sein ruhiges Ausharren hat mich dann doch irgendwie stutzig gemacht… nen ordentlicher Gamakatzu hat sich recht ansehnlich in seinen Finger gebohrt…Jetzt musste es schnell gehen.. Fänger und Fisch mussten von einander gelöst werden und dann ging’s ans durchstechen – der schönste Teil an diesen Situationen…  (-: Ein kurzer Jubelschrei als der Haken durchgestochen war und der Rest war Routine …

 

Zu Belohnung gab’s dann wieder Hecht… jetzt aber mit „grünem Finger“

Bis kurz vor der Dämmerung hatte ich nicht einen einzigen Biss.. Völlig Ratlos welchen Köder ich als nächsten probieren sollte kam es zu einer absoluten Verzweifelungstat…

Ein rosaner Magnumtrister sollte die Wende bringen… 1374ter Wurf an diesem Tag, erster Wurf mit dem hässlichen Etwas und Bäämmm! Biss, Geil, nach der 3. oder 4. Absinkphase! Ich war einfach nur froh entschneidert zu sein…Mann, der hat diesmal aber dampf ging mir noch so durch den Kopf und schon bestätigte mir meine Rollenbremse diesen Gedanken…Meter, Meter!!...an den Rest kann ich mich nicht so wirklich erinnern…. Hier issa, mein neuer PB Meter24

Nen Paar Pics später ging’s für die Dame wieder abwärts…

Noch völlig benommen von dem geilen Hecht hab ich nen 23er Gummi montiert.

2. Wurf irgendwann auf halber Strecke – Bäämmm

 

Wieder ein Hecht…wieder ein Besserer, wieder nen Meter…Wahnsinn!!

Ein Meter10 keine 10 Minuten später!! Ich konnte es kaum glauben! So langsam begriff ich auch in was wir da gerade reingeraten waren…Sven hatte zuvor noch Meternachläufer vor den ersten Fischen, nach dem Meter10 kam mir noch so eine Mutti bis ans Boot hinter dem Gummi her, ebenso bei Sven…Rings um uns herum, so hatten wir das Gefühl, war alles voller metriger Hechte!

 

Nach ner guten Stunde war das Spektakel auch schon wieder vorbei… Das war auch ganz gut denn es dämmerte und wir mussten die Fahrt Richtung Hafen antreten.

 

Der dritte und letzte ganze Angeltag wurde einer der erlebnisreichsten und schwierigsten Tage der Tour… Die Bissfrequenz ist weiter gesunken, dafür blieben verhältnismäßig aber mehr Hechte hängen…. Als wir uns gegen Mittag auf den Weg vom Kubitzer Richtung Schaproder Bodden gemacht haben staunten wir nicht schlecht… da wo wir ein paar Stunden zuvor noch mit Volldampf durch die Fahrrinne ballern konnten war jetzt voller Eis mit einer Stäke von 10-30cm …

ganz langsam und vorsichtig mit mir als Gewicht und Eisbrecher in der Spitze haben wir uns langsam durch das Eis bewegt… teilweise lag das Boot zur hälfte auf dem Eis bevor es durchgebrochen ist und wir weiter konnten…

Wer glaubt rechts und links sei Wasser, dem empfehle ich mal „Eisbrecher in den Bodden“ bei Youtube einzugeben!

An ei ner Stelle konnte ich sogar fast auf dem Eis stehen…. Na ja, nur fast, daher gab es dann auch etwas nasse Füße…

 

Wie die beiden Tage zuvor war mittags Beißflaute. Gegen Abend konnten wir noch den ein oder anderen Hecht zu einem Bootsbesuch überreden. Gefangen haben wir in den tieferen Bereichen mit Zalt und Gummi, in Bereichen um die 3 Meter mit Zam.

 

Am nächsten Morgen haben wir schon mal Sachen gepackt denn gegen Mittag sollte es wieder nach Hause gehen… nen paar Stündchen Fischen stand noch auf dem Programm, doch die Beißzeit am Morgen haben wir verpasst, Sven konnte noch einen Hecht auf ein 23er Gummi fangen , bei mir gab es nicht mal nen Biss, und gegen 13:00 Uhr haben wir dann die Zelte abgebrochen und die Heimreise angetreten

 

Zwar sind einem die Fische nicht ins Boot gesprungen und man musste ordentlich für seinen Fisch arbeiten, auch hat uns die Kälte böse mitgespielt, aber es hat richtig Spaß gemacht. Tolle Natur, Spitzen Pils vom Zapfmeister Tommy und eins ist sicher - Rügen- wir kommen wieder!

 

Jigga

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