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Die bösen Steinbeißer,…oder: Hänger richtig lösen

Haenger_loesen
Wer viel fischt, besonders wer viel Gummies, ganz besonders wer viel Gummies vom Ufer fischt und noch schlimmer, wer viel Gummies vom Ufer an Steinpackungen fischt,…ja der wird es kennen. Widerstand, Rute krumm,..shit, n Steinbeißer ):

 

Damals habe ich immer schnell resigniert und hab begonnen mir die Schnur um den Arm zu wickeln und die bekannten Schritte nach hinten zu gehen, sprich den Köder abzureißen. Mittlerweile habe ich gelernt das Technik nicht nur beim fischen selber zu mehr Erfolg führen kann, sondern auch beim Hängerlösen bringt die richtige Technik den einen oder anderen (Gummi)Fisch wieder zurück ans Land. 

 

Für die Uferangler ergeben sich 3 grundlegende Möglichkeiten „baywatch“-Held zu spielen welche ich euch hier kurz vorstellen werde. Vorraussetzung bei allen 3 Möglichkeiten ist, dass sich der Jigkopf z.B. in der Steinpackung leicht verkeilt hat. Wenn der Haken in Holt, Seilen, Kinder oder Einkaufswagen ect. Verhakt hat, bleibt einen meist keine andere Möglichkeit als die „Schritte nach hinten“ und „adieu“ zu sagen.

 

Ich wende die Tricks meist in einer bestimmten Reihenfolge an (ob es die Beste ist, testet am besten jeder selber aus). Und zwar fange ich an mit…

…gefühlvollen schnelles ruckeln, bzw. leichtes klopfen auf das hintere Griffstück der Rute bei nur minimal gespannter Schnur. Das heißt man spannt die Schnur, sodass die Rute sich noch nicht biegt, aber direkten Kontakt zum Köder hat…


 …und dann klopft (schnelle Frequenz) man -unter dieser leichten Spannung- aufs Griffende.


So kann man schon oft den einen oder anderen Köter zurückerobern. Die Stellung bei der Rute sollte hier so etwa 10:30, also 45-Grad betragen.

 

Wenn das nicht fruchtet und ich im Strom –und zwar Stromab- fische (funktioniert nicht in stehenden Gewässern) und einen Hänger kurz vor den Füßen habe, nehme ich mir die Strömung zu Hilfe. Stehe ich bspw. Auf einer Buhne, dann lasse ich einfach meine Schnur mit Hilfe der Strömung von der Rolle ziehen und zwar solange, bis die Schnur ein gutes Stück über die Hängerstelle weggetrieben ist, d.h. Rollenbügel umklappen und Rute Richtung Flussmitte, sodass sich die Schnur möglichst in der starken Strömung befinden und von der Rolle laufen kann.


Dann klappe ich den Bügel wieder um, lasse kurz ein wenig Druck aufkommen und setzte nun einen ganz beherzten Anschlag (je nachdem wie viel Schnur man im Wasser hat, kann man das wiederholen).

 

Die im Wasser treibende Schnur bietet oft genug Wasserwiderstand, sodass der Köder aus der anderen Richtung Zug bekommt und sozusagen wieder rückwärts aus der Steinpackung rausgezogen wird. Klappt das nicht, so kann man auch ein Stück Treibgut um die Schnur wickeln und in die Strömung werfen, setzt man dann –bei gleichem Prozedere- einen leichten Anschlag, so hat man noch mehr Wasserwiderstand uns somit mehr Zug in die Gegenrichtung. Dabei sollte der Anschlag nat. weniger beherzt ausfallen, denn sonst machts „knick-knack“ ):

 

Die dritte Möglichkeit die ich kenne ist der sogenannte „Schnipptrick“. Hierbei wird nicht mehr mit vorsichtigen zuppeln gearbeitet wie beim1. Trick, sondern hier heißt das Motto, „sei brutalo“ (: Aber auch das ist ganz simple. Hat man den Steinbeißer sauber gehakt nimmt man einfach richtig Kontakt mir ihm auf. Also,…Schnur bis zur Spannung der Rute aufspulen, Rutestellung wie beim „zuppeln“ 45-Grad. Nun Spule mit einem Finger fixieren und Rollenbügel umklappen (Basis fürs richtige Schnipsen) und die Schnur seitlich wegziehen. Wichtig ist das man nun richtig Spannung aufbaut, sodass sich die Rute von ihrer „besten Seite“ zeigt.


Dann einfach die Sehne schlagartig loslassen. Hier erzeugt man eine Art Rückschlageffekt der mit ein wenig Glück den Köder aus den Steinen holt.


Nun schnell Schnur einholen und sich bestenfalls als Retter feiern lassen (:

Also bevor ihr nächstes mal in der Packung hängen bleibt und abreißen wollt, versucht die Möglichkeiten mal aus, sie wird euch den einen oder anderen Köder retten. Und nicht gleich nach dem ersten Anlauf resignieren, oft klappt es erst nach den 3.4.5.,..Versuch.

Für die Bootsangler unter uns gibt es neben den bereits vorgestellten Techniques auch noch ein Hilfsmittel um den „kleinen Freund“ wieder „hochzukriegen“. Nein, es handelt sich um keine  kleine blaue Pille, sondern um einen Köderretter. Diese gibt es in vielen verschiedenen Formen und Variationen, haben aber ein und dasselbe Ziel,…“save the lures“.


Mit Köderrettern ist es auch Möglich seine Lieblinge aus versunkenen Ästen, Einkaufswagen, Seilen,…zu lösen, was mit den oben genannten Tricks meist vergebens ist. Köderretter funktionieren meist alle nach dem gleichen Prinzip. Mit dem Boot über den Hänger steuern, Köderretter in Schnur einklippen und an gestrafter Schnur Richtung Köder runter lassen. Dann verhaken sich die Köderretter mit Hilfe von Schnappmechanismen, Ketten oder Stahlschlingen in den Köder bzw. den Haken der Köder und man kann mit Hilfe einer Löseschnur die am Köderretter befestigt ist (z.B. Leine aus den Baumarkt) richtig Druck aufbauen und den Köder mit Gewalt rausziehen. Oftmals kommen so ganze Einkaufswagen ans Tageslicht oder man biegt die Haken einfach auf. Hauptsache der Köder is wieder bei seinem Herrchen.

Hier hat es mit einem "Klappmechanismuss-Retter" sogar vom Ufer aus geklappt. Retter in die Schnur einhängen...

Retter an gespannter Schnur zum Köder runter lassen...

Und wie hier, im bestenfalls den Köder wieder in den Händen halten.

(Minden)

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